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45er Chilis 2004 Baccatum
Eigene Chilis machen Freude und bringen Freunde!
Auslegen der Samen!
In Blumenerde oder Anzuchterde können Schädlinge oder Larven von Schädlingen
versteckt sein, darum empfehle ich die Erde (ohne Samen) in ein Gefäß zu füllen
und in der Microwellle oder in einem Backofen stark zu erhitzen um alle
eventuellen Plagegeister sich zu entledigen. Einstellungen müssen je nach Gerät
gemacht werden. Empfehlen würde ich 20 min im Backofen bei 200°.
Wenn dann noch etwas lebt habt Ihr etwas falsch gemacht oder eine neue Spezies
entdeckt.
Wir können von den gekauften Chilis natürlich den Samen entnehmen und direkt
einsähen, oder Ihr kauft euch den Samen im Pepper-King Hot Shop.
Ich empfehle immer den Samen 24 Stunden in lauwarmen Kamillentee einzulegen. Das
hat den Vorteil, dass eventuelle Pilzsporen abgetötet werden, und es verkürzt
die Keimzeit.
Die Samenhülle ist für den Keimling wesentlich leichter zu durchstoßen als bei
Samen die kein Kamillebad hatten.
Nach dem Kamillebad bringen wir die Samen in die Erde, dafür reicht es aus, ein
Kleines Gefäß (Joghurtbecher oder ähnlich) mit Anzuchterde bis ca. 2cm tiefer
als Randoberkante zu befüllen. Die Erde leicht andrücken und darauf dann den
Samen legen. Sollen mehr als ein Samen gelegt werden, muß ein Mindestabstand von 3 cm eingehalten werden.
Nach dem auslegen der Samen füllen wir noch einmal eine 5mm Schicht Anzuchterde
auf die Samen. Eine weitere Variante ist auch, 5mm tiefe Löcher in die
Erde zu drücken, den Samen in die Löcher legen und danach die Löcher mit
Anzuchterde wieder zudecken. Egal welche Technik eingesetzt wird, es muß
darauf geachtet werden, dass die Anzuchtgefäße an der Unterseite
genügend Löcher haben um Staunässe zu vermeiden. Chiliheads die mehr als
eine Sorte anbauen möchten, können auch den Luxus eines Zimmergewächshauses
genießen, die Vorgehensweise ist die Gleiche. Wenn der Samen ausgelegt ist
und die Erde gut durchfeuchtet ist stellen wir das Gefäß vor dem Fenster auf die
Fensterbank, (wenn ein Heizkörper unter dem Fenster sitzt). Auf dem Fußboden vor
dem Fenster ist bei einer Fußbodenheizung ein Idealer Platz. Es sollte eine
helle Stelle sein die eine Temperatur zwischen 23° - 33° hat. Das
Zimmergewächshaus hat natürlich eine Abdeckung die unser selbst gebasteltes
Gefäß nicht hat. Hier reicht eine Plastikhaube Frischhaltefolie oder ein Glas
als Abdeckung.
Wenn sich Wasser an der Abdeckung bildet, muß öfter gelüftet werden um Schimmelbildung zu
verhindern.
Hurra die Samen keimen.
Je nach Sorte und Samenqualität keimen die Samen
unterschiedlich. Die ersten können nach 3 Tagen das Licht der Welt erblicken.
Einige Sorten haben bei gleichen Bedingungen bei uns erst nach 65 Tagen gekeimt.
Z.B Chiltepin!
Im Normalfall sollten die Samen aber nach 3 - 14 Tagen aus der Erde schauen.
Wenn die Keimlinge dann ihren Kopf aus der Erde gesteckt haben muß auch mehrmals
am Tag die Haube oder die Folie abgenommen werden um das Schwitzwasser zu
entfernen und eine ausreichenden Luftaustausch zu gewährleisten. Jetzt brauchen
die Keimlinge ausreichend Licht, es ist darauf zu achten, dass die Erde nicht
vollkommen austrocknet. Der Keimling soll auch nicht ersaufen, also immer die
Erde leicht feucht halten. Im Zweifelfall immer nach dem Motto "weniger ist
mehr".
Chilis müssen vereinzelt werden (pikieren)
Unsere Pflanzen haben schon das Zweite Blattpaar gebildet und wollen jetzt
allein in einen Topf weiter wachsen, der nicht unter 10cm Durchmesser haben
sollte. Um die Pflanze von den anderen zu trennen ist es von Vorteil wenn die
Erde sehr feucht ist. Es kann dann der Topf umgestülpt werden und die Pflänzchen
mit der Erde aus dem Topf geholt werden. Von Vorteil ist es wenn die Erde an der
Wurzel bleibt. Am besten erreicht man das, wenn die Erde schön feucht ist um sie
an die Wurzel leicht anzudrücken und dann in das Pflanzloch einsetzt. Wir
bereiten den größeren Topf mit Blumenerde vor. Die kleine Pflanze findet
genügend Nährstoffe in Blumenerde von guter Qualität. Bei minderer Qualität
empfehlen wir mit Flüssigdünger nachzudüngen. Mit einem flüssigem Tomatendünger
kann nichts verkehrt gemacht werden. Es ist sinnvoll sich die Gebrauchsanweisung
auf der Flasche durchzulesen und von der Anweisung erst einmal mit der halben
Ration anzufangen, da die Pflanzen noch sehr klein und zart sind. Bitte auch
hier, "weniger ist mehr". Die Pflanze wird es dir danken.
Jetzt kommt meine Chilipflanze in den letzten Topf, in
diesem Jahr.
Der letzte Topf sollte genügend Platz haben, denn hier verbringt die Pflanze
meistens die Längste Zeit und soll dazu auch Früchte (Beeren) tragen. Eine gut gepflegte
Chilipflanze kann im erstem Jahr über 2m groß werden und über 1000 Früchte
(Beeren) tragen. Einige haben vielleicht Erfahrungen mit einem Aquarium gemacht.
Da ist es auch so, kleines Aquarium, kleine Fische, großes Aquarium, große
Fische! Also nehmen wir jetzt einen Topf mit ca. 7 l Volumen. In diesen Topf kann jede Art
gepflanzt werden, große Töpfe haben auch den Vorteil, dass er nicht so schnell
an heißen Tagen austrocknet und ein ständiges nachgießen nicht nötig ist. Um den
Topf mit der richtigen Erde zu füllen mischen wir unsere Blumenerde mit normaler
lockerer Gartenerde je zur Hälfte und füllen den Topf zu 2/3 mit der gemischten Erde an.
Wir nehmen jetzt einen Großen Esslöffel Urgesteinmehl und mischen den in die
Erde im Topf unter. Jeder muß selbst entscheiden ob er mit Flüssigdünger
weiterdüngt, oder ob ein Langzeitdünger eingesetzt werden soll.
Der Langzeitdünger sollte für Tomaten gewählt werden und nach Anweisung auf der
Dose in die Erde eingemischt werden. Wir nehmen jetzt die Pflanze aus dem
kleinen Topf und stellen die Pflanze in die Mitte vom großem Topf, jetzt füllen
wir ringsum unsere gemischte Erde ein, danach die Erde andrücken und angießen, dabei die Pflanze ausrichten und gerade stellen.
Unsere Pflanzen kommen nach draußen.
Um unsere Pflanzen an die Sonne und den Wind zu gewöhnen muß
unsere Pflanze langsam an die Sonnenstrahlung gewöhnt werden. Wir haben gute Erfahrungen gemacht mit Plätzen unter Büschen
und Sträuchern, wo die Sonnenstrahlen nur teilweise durchkommen und nicht dauerhaft
mit der ganzen Energie auf die Pflanze einstrahlt. Hier habe ich unsere Pflanzen
bei bewölktem Wetter verteilt um sie an die Sonnenstrahlung zu gewöhnen.
Pflanzen die von innen nach außen in die Sonne gestellt werden können einen
Sonnenbrand bekommen der zum absterben der Pflanze führen kann. In der Wohnung
konnte die Pflanze auch kein Widerstand gegen den Wind aufbauen, daher wählen
wir einen Windgeschützten Platz und binden die Pflanze je nach Größe an eine
Rankhilfe fest. Die Rankhilfe sollte an einer Seite spitz sein und nicht so
dick, da sonst die feinen Wurzeln beschädigt werden könnten. Natürlich ist die
Strahlung der Sonne auch an bedeckten Tagen vorhanden. Einen Termin für das
rausstellen der Pflanzen möchte ich hier nicht nennen, da es zu starke
Gebietsunterschiede innerhalb Deutschland gibt. Auch nach den Eisheiligen kann
es noch kalte Nächte geben.
Ich empfehle ein dauerhaftes rausstellen der Pflanzen erst wenn die Temperaturen
Nachts nicht unter 10° sinken.
In kürze schreibe ich den Bericht weiter. Michael
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